Trauma Projekte

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Übersicht:
Warum machen wir dieses Projekt?
Welche Formen von Missbrauch gibt es?
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Was haben wir vor?
Was müssen unsere Probanden genau tun?
Was ist der genaue wissenschaftliche Hintergrund?
Warum bitten wir Sie um Ihre Hilfe?
Sind Sie selbst betroffen?
Wie werden wir Sie über den Fortschritt unseres Projektes informieren?
Warum machen wir dieses Projekt?
Sexueller und physischer Missbrauch von Frauen und Kindern ist ein weltweites Problem. Viele Menschen sind sich der beängstigenden Zahlen und Fakten leider nicht bewusst. In Belgien, wo sich Bild2unser Labor befindet, hat eine Studie von Amnesty International 2013 ergeben, dass an einem durchschnittlichen Tag 8 Fälle von Vergewaltigung bei derPolizei gemeldet werden. Eine Umfrage der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte hat gezeigt, dass es bei anderen Mitgliedstaaten der EU auch nicht besser aussieht. In Deutschland gaben rund 35% der Gefragten an, dass Sie physischen oder sexuellen Missbrauch von einem derzeitigen oder vorherigen Partner oder einer anderen Person seit dem 15ten Lebensjahr erfahren haben. Für andere Länder sieht es noch alarmierender aus. In Finnland, Frankreich, den Niederlanden oder Grossbritannien lagen die Zahlen zwischen 44 bis 47%. In den USA hat RAIN (das Nationale Netz für Vergewaltigung, Missbrauch und Incest) berechnet, dass es einen Missbrauchsfall alle 107 Sekunden gibt, von daher auch der Titel unsers Projekts. Top

Welche Formen von Missbrauch gibt es?
Missbrauch kann verschiedene Formen annehmen wie z.B. sexueller Missbrauch (Vergewaltigung, das ungewollte Anfassen der Genitalien), physischer Missbrauch (schlagen) oder emotionaler Missbrauch (jemandem sagen, dass er/sie nutzlos/wertlos ist). Opfer von solchem Missbrauch leiden in der Regel sehr lange (wenn nicht ein Leben lang) von den Konsequenzen. Viele Opfer entwickeln psychische Störungen wie Depressionen, Post Traumatische Belastungsstörungen, Panikattacken, Schlaf- und Konzentrationsprobleme oder Drogenmissbrauch. Leider wissen wir immer noch nicht genau warum slide3manche Opfer ein bestimmtes Problem entwickeln und andere ein anderes, was uns aber auch erschwert die optimale Behandlungsoption für die betreffende Person zu finden. Gleichermassen wissen wir leider auch noch nicht warum manche Opfer eine psychische Störung entwickeln wohingegen andere resilient sind d.h., die es schaffen ohne sichtbare Problem mit ihrem Leben
fortzufahren.  
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Was für Behandlungsoptionen gibt es?
Behandlungsoptionen für Missbrauchsopfer sind sehr verschieden, und von Land zu Land abhängig vom jeweiligen Gesundheitssystem und basieren auf der Möglichkeit von psychologischer Behandlung und Psychotherapie und den finanziellen Mitteln der Opfer für intensivere Zusatztherapien. Viele Grundbehandlungen sind oft nicht ausreichend und unzulänglich und sind meist nicht über einen längeren Zeitraum verfügbar obwohl viele Opfer noch Jahre mit den Problemen zu kämpfen haben. Während bessere Programme auch intensiver sind, so kosten sie oft mehr Geld, und sind daher nur für eine kleinere Gruppe erschwinglich. Derzeitige Behandlungsoptionen sind z.B. Gruppentherapie, Einzeltherapie, psychopharmakologische Therapie oder Selbsthilfegruppen.
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Was haben wir vor?
Hier an der Universität von Ghent wollen wir ein neues Behandlungsprogramm erforschen, dass jede/r von zu Hause aus machen kann. Die Idee ist das betroffene Individuen kognitive Kontrolle auf einem Tablet oder PC üben können. Kognitive Kontrolle ist ein Begriff, den Wissenschaftler benutzen um Fähigkeiten zu beschreiben, die uns helfen unser Verhalten zu regulieren und kontrollieren. Beispiele davon wären sich eine Telefonnummer kurzfristig zu merken, oder schnell und flexibel zu handeln (z.B., von Gas auf Bremse an einer gelben Ampel zu wechseln). Die Idee kognitive Kontrolle zu trainieren, vor allem in Menschen mit psychischen Problemen, ist nicht neu. Leider sind viele dieser Programme relativ langweilig, um ehrlich zu sein, und die Motivation von Menschen niedrig dies über einen längeren Zeitraum zu üben. Von daher möchten wir ein besseres und motivierenderes Program entwickeln und seine Effektivität bei der Vorbeugung von mentalen Problemen nach Trauma zu testen. Unsere Hypothese ist, dass das Training von kognitiver Kontrolle Resilienz fördert und Symptome von Angst und Depressionen reduziert. Natürlich wird das Program keinen guten Therapeuten ersetzen aber es dürfte durchaus eine sehr wertvolle Ergänzung zur Therapie darstellen.
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Was genau müssen Probanden tun?
Probanden werden von uns einen Laptop oder ein Tablet bekommen und wir werden sie bitten unser Training über einen Zeitraum von 6 Wochen für eine Stunde täglich zu üben. Das Trainingsprogramm basiert auf kleinen Einheiten, die verschiedene Fähigkeiten testen. Jede Fähigkeit wird für eine bestimmte Zeit geuebt bevor man zur nächsten Fähigkeit wechselt. In einer Einheit werden admin-ajaxSie gebeten sich kurzzeitig Dinge zu merken, wohingegen in einer anderen Verhaltenswechsel geübt werden (einen Knopf in letzter Sekunde nach einem Signal drücken). Der Schwierigkeitsgrad wird sich im Laufe des Trainings erhöhen. Wir werden messen inwieweit sich Wohlbefinden und Resilienz, depressive und Angstsymptome sich im Laufe des Trainings verändern. Sollten die ersten Befunde positiv ausfallen, möchten wir gerne längerfristige Studien durchführen um die langfristige Auswirkung und mögliche positive Effekte und gutes Befinden zu erforschen. Momentan jedoch möchten wir das Training anbieten, sodass es auf einem Tablet oder PC durchgeführt werden kann. Falls dies erfolgreich sein sollte, dann möchten wir das Training in der Zukunft auch online anbieten (kostenfrei selbstverständlich) sodass auch Menschen ohne PC üben könne, z.B. durch einen Zugang in der Bibliothek.
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Was genau ist der wissenschaftliche Hintergrund? Und warum könnte kognitives Kontrolltraining helfen, die Konsequenzen von Trauma zu vermindern?
Schauen wir uns mal das Bild des Gehirns unten an. Unsere Fähigkeit der Selbstkontrolle wird zu einem grossen Teil (aber nicht ausschliesslich) vom seitlichen frontalen Teil des Gehirns bedient (der Frontallappen oder laterale praefrontale Cortex hier in rot). Dieser Teil wurde aber auch in den letzten Jahren mit gesundem Befinden assoziiert und manche Theorien sagen, dass ein “gesunder” praeftonaler Cortex hilft, mit mentalen Problemen umzugehen, es ist ein “schützender Faktor”. Mehrere Studien mit funktionaler Bildgebung (FMRT) haben gezeigt, dass Individuen mit Trauma und Missbrauchserfahrung (aber auch Z.B. Patienten mit Depressionen) Probleme mit Kontrollfunktionen haben und diese mit der Struktur und der Funktioanlitaet des Frontallappens korrelieren, d.h. diese Individuen haben geschwächte Frontallappenfunktion (und reduzierte Struktur) die höchstwahrscheinlich durch das Trauma/die Depression verursacht wurden. Studien aus anderen Bereichen der Neurowissenschaften zeigen, dass es aber durchaus möglich ist, die Struktur und Funktionalität zu stärken. Zum Beispiel, das intensive Lernen einer Fremdsprache oder eines Musikinstrumentes stärken die jeweiligen Hirnregionen. In dem derzeitigen Kontext, wollen wir Funktionen die durch den Frontallappen ausgeführt werden unterstuetzen. Wir glauben fest, basiert auf die neurowissenschaftlichen Befunde anderer und unserer eigenen, dass das Training von Kontrollfunktionen den Frontallappen stärken wird und dadurch Resilienz aufbauen und das Wohlbefinden stärken und Angst und depressive Symptome schwächen wird. Wie bereits erwähnt, habe bereits andere vorgeschlagen, Kontrollfunktionen zu trainieren, dies aber nicht umbedingt im Bereich Trauma und vor allem, diese Trainingseinheiten sind derzeit leider relativ langatmig. Desweiteren sind die meisten dieser Studien in gesunden Probanden durchgeführt worden und haben oft nicht direkt den klinischen Bezug. Deshalb möchten wir bessere und motivierendere und visuell ansprechendere Trainingseinheiten konzipieren um es Menschen zu ermöglichen das Training solang wie möglich durchführen zu wollen da es etwas Willenskraft bedarf das Training über einen längeren Zeitraum durchzuführen. Top 
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Warum benötigen wir Ihre Hilfe?
Normalerweise erhalten Universitäten Forschungsgelder für Projekte von professionellen Institutionen, die oftmals direkt von den jeweiligen Regierungen finanziell unterstütz werden oder von privaten Stiftungen. Die Erfolgsquote solche Gelder zu erhalten ist in en letzten Jahren rapide gesunken auf ca. 10%, d.h., nur ungefähr eines von 10 Projekten wird unterstützt. Viele gute Projekte und Projektideen können leider nicht finanziert werden da der Wettbewerb mehr geworden ist, die Forschungsgelder gesunken sind und die Qualität besser geworden ist (was wierdum gut ist). Deshalb wollten wir etwas neues ausprobieren. Wir möchten dass Sie entscheiden ob und wie viel ein Projekt unterstützt wird und ob es Ihrer Meinung nach Wert ist so ein Projekt zu unterstuetzen. Wenn SIE unser Projekt interessant finden und denken, dass es vielen betroffenen Frauen und Kindern helfen könnte, dann würden wir uns sehr über eine Spende, die Sie bereit wären zu geben, herzlich freuen. Selbst wenn Sie zu diesem Zeitpunkt nicht finanziell beitragen möchten oder wollen, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie unser Video mit anderen teilen könnten um mehr Aufmerksamkeit für das Thema Missbrauch zu erzielen. Wenn Sie eine Firma sind, die ein Paar Tablets übrig haben sollte, wurden wir uns sehr über eine Sachspende freuen, denn je mehr Tablets wir haben, desto mehr können wir an Betroffene verteilen umslide5-e1447513291604 unsere Hypothese zu testen. Und, sollten Sie Programmiererfahrung haben und helfen wollen, unsere grafischen Elemente zu verbessern, so würden wir uns auch über einen Kontakt von Ihnen freuen. Wie profitieren Sie davon? Leider gar nicht, nur dass Wissen das wir versuchen eine günstige und weit erreichbare Art zu finden, wie man vielen betroffenen Menschen in unserer Gesellschaft helfen kann.
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Sind sie selbst betroffen?
Selbstredend könnten wir dieses Projekt nicht ohne Ihre Hilfe durchführen. Sollten Sie ein Trauma erlebt haben, und in Belgien wohnen, und gerne bei unserer Studie dabei sein um zu schauen ob unsere Idee wirklich funktioniert, dann treten Sie in Kontakt mit uns. Es spielt keine Rolle wie lange ihr Erfahrung her ist oder ob es sogar noch andauert. Wir würden Ihnen ein Tablet oder PC geben damit Sie das Training über mehrere Wochen durchführen können.
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Wie werden wir Sie über den Verlauf unseres Projektes informieren?
Wenn Sie Twitter folgen, dann können Sie auch ganz einfach uns folgen. Für den Fall, dass Sie kein Twitter account haben, haben wir unseren Twitter account mit unserer Webseite vernetzt, d.h., Sie können einfach auch unseren “News” Seite oben klicken um zu sehen, wie weit wir sind. Obwohl wir natürlich so schnell wie möglich mit dem Projekt fortschreiten wollen, kommt es auch auf die Höhe der Spenden an und wie viel wr sammeln konnten und die Anzahl der Laptops und Tablets, die wir erstehen konnten, und die Anzahl an Hilfe (Doktoranden, Forschungsassistenten) die wir rekrutieren konnten.
Nochmals vielen herzlichen Dank, dass Sie sich für unser Projekt interessiert haben! Sollten Sie weitere Fragen oder Kommentare haben, stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung. top

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